Eltern über babySignal: Anni und Emmi

Anni Prelle kann babySignal aus zwei Perspektiven betrachten: Als Mutter und durch ihre Arbeit als Erzieherin. Bereits 2011 lernte Anni, während einer Tagesfortbildung mit ihrem damaligen Krippen-Team, babySignal kennen. In der Krippe wurde dann viel gebärdet und Anni konnte erste Erfahrungen sammeln.

Als 2013 ihre Tochter Emmi geboren wurde, gab Anni auch ihrem Mann das babySignal-Buch als Pflichtlektüre zu lesen. Beide begannen dann schon früh mit Emmi zu gebärden.

Emmi (19 Monate)

Emmi (19 Monate)

Liebe Anni, lass uns kurz über Deine Arbeit in der Krippe sprechen, denn damit fing ja alles an. Wieso wolltest Du das babySignal-Konzept damals unbedingt in eure Krippe bringen?

Ich wollte damals alles tun, damit kleine Menschen sich in unserer Krippe wohlfühlen. Gebärden waren dabei für mich einfach unabdingbar. Das Mitteilungsbedürfnis der Kinder in Krippen ist ja, meiner Meinung nach, noch größer als zu Hause. Wiebke war als Seminarleiterin so voller Freude für ihr Thema, dass es auch mich erwischte und ich somit bis heute Feuer und Flamme für babySignal bin.

Wir haben hier im Blog sowohl über Emmis erste, enorm frühe, Gebärde berichtet, als auch über die kurze Flaute als sie neun Monate alt war. Wie läuft es jetzt zu Hause mit dem Gebärden?

Bei uns wird bis heute täglich sehr viel gebärdet. Als Emmi ca. neun Monate alt war, waren wir beide irgendwie für einen Monat raus aus dem Thema. Aber als ich dann wieder anfing zu gebärden, kam der Boom und heute beherrscht sie ca. 60 Gebärden. Ich habe alle Gebärden verwendet, die ich kannte. Später habe ich mir noch weitere angeeignet, als Emmi begann, mehr zu fordern.

Wie reagiert Dein Umfeld darauf, dass Du mit Deinem Kind gebärdest?

Einerseits wird man belächelt, andererseits bestaunt. Die Frauen beim hiesigen Schlachter kennen nun alle die Gebärde für DANKE! Emmi verwendet sie immer nachdem sie eine Scheibe Wurst geschenkt bekommt. Das ist einer dieser großartigen Wundermomente!

Wir wohnen in einem Mehr-Generationen-Haus mit meinen Eltern. Sie sind durch Emmis Freude am Gebärden ebenfalls sehr angefixt. Sie beherrschen selbst viele Gebärden und nutzen diese gerne, um sich mit Emmi zu unterhalten.

Einige Menschen meinen, sie würde dadurch nicht richtig sprechen lernen. Emmi ist jetzt 19 Monate alt und entwickelt sich verbal vollkommen normal. Trotzdem schauen bei uns jetzt alle genau hin, weil wir in die Phase des Übergangs kommen: von Gebärden zu Worten.

Bitte beschreibe mir diesen Übergang.

Emmi spricht „Baby“, „Papa“, „Mama“, „ich“, „Oma“, „Opa“ und sämtliche Tierlaute (wau-wau, mäh, etc.).
Es ist meistens so, dass sie in dieser Phase eine Gebärde mit dem richtigen Wort ersetzt. Dennoch sind ihr die Gebärden sehr wichtig. Wenn es schnell gehen soll oder wenn sie weint, lacht oder den Mund mit Essen voll hat, gebärdet sie fleißig.

Emmi auf dem Weg

Eine Anekdote zum Schluss: Gibt es ein besonderes babySignal-Erlebnis, von dem Du uns erzählen kannst?

Ja, Emmi und ich lieben Quatschgeschichten! Hier ist ein typischer Dialog zwischen uns – zuhause auf dem Hof mit vielen Tieren:

Emmi gebärdet zwei Zeichen: *BABY WEG* (Das Baby ist ihre Puppe)

Ich frage sie: „Das Baby ist weg?“

Emmi antwortet: „Ja.“

Ich: „Wo ist es denn?“

Emmi gebärdet: *SCHAFE*

Ich frage zurück: „Bei den Schafen?“

Emmi sagt: „Ja.“ und zeigt dazu *SCHLAFEN*

Ich wiederhole: „Das Baby schläft bei den Schafen?“

Emmi lacht: „Ja!“

Emmi mit Puppe bei den Schafen.

Emmi mit Puppe bei den Schafen.

Es würde ohne die Gebärden sicher noch viele Monate dauern, bis ich solche Quatschgeschichten-Gespräche mit meiner Tochter führen könnte. Manchmal erzählt Emmi auch, dass ihr Baby bei den HÜHNERN ISST oder es mit OPAS AUTO fährt oder auf dem Dach SCHLÄFT. Das macht mir viel Spaß und Freude!

Vielen Dank, Anni, für das Interview!

Mehr Informationen zu Krippenkursen oder unseren Tagesseminaren „Licht“ und „Sonne“ für Mitarbeiter in Kitas & Krippen finden ihr hier.

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