Wir gebärden mit Emil – und er?

BeitragsbildAdventskalender am 18. Dezember 2017

von Grete (Oldenburg, Niedersachsen)

Schon sehr früh haben wir mit unserem Sohn angefangen zu gebärden. Ich finde das eigentlich „einfache“ Konzept von babySignal sehr schlüssig und einfach toll. Bereits vor Jahren hatte ich mich über das babySignal-Buch von Wiebke Gericke schlau gemacht und mir war daher klar, dass ich das später mit meinen eigenen Kindern auch machen möchte. Zum Glück konnte ich auch meinen Mann davon überzeugen, dass dies eine sinnvolle Sache sei und er verwendete von Anfang mit mir gemeinsam die Gebärden im Alltag.

Als unser Sohn etwa drei Monate alt war, haben wir begonnen zu gebärden. Die ersten verwendeten Gebärden waren MILCH für das Stillen und das Hinhalten der Hände, um ihm anzuzeigen, dass wir ihn hochnehmen würden. Wir hatten schnell das Gefühl, dass er auf MILCH oft mit einem Lächeln reagierte. Die Gebärde „hoch“ beantwortete er mit mehr Körperspannung, so dass es einfacher war ihn hochzunehmen und bestimmt auch für ihn selber angenehmer.

Wir gehen zum Kurs

So früh wie möglich meldeten wir uns zum babySignal-Kurs bei Katrin Schußmann in Oldenburg an. Der Kurs war zwar eigentlich erst für Babys ab dem sechsten Lebensmonat vorgesehen – unser Sohn war gerade einmal fünf Monate alt. Da er sehr aufmerksam und interessiert war, probierten wir es nach Absprache mit der Kursleiterin einfach aus.  Sehr schön fanden wir dabei, dass der Kurs mit 45 Minuten nicht so lange dauert und für diese Zeit die Aufmerksamkeitsspanne von den Kleinen gut ausreicht. Emil fand den Kurs richtig toll. Er war sehr aufmerksam und machte aktiv mit, indem er auf die Ansprache der Kursleiterin einging und alles genau beobachtete. Die Lieder und vor allem das Abschlusstanzlied fand er einfach super.

Wir gebärden zuhause

Für mich fühlt es sich sehr einfach an, die Gebärden im Alltag zu integrieren und zu verwenden. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich sie fast alle schon mal vorher in einem Kurs für Deutsche Gebärdensprache an der VHS gelernt hatte. Aber sowohl mein Mann, als auch enge Verwandte, die öfter zu Besuch sind und die Gebärden und Emils Reaktion darauf sehen, haben schnell mitgemacht und die Gebärden verwendet.

Beim Ankommen und Abschiednehmen

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Wir sind zu HAUSE.

Die Gebärde HAUS: Ich zeige sie immer vor unserer Haustür, wenn wir gerade zuhause ankommen. Da wir viel draußen sind, kam es oft mehrmals täglich dazu. Wir parken den Kinderwagen vor der Haustür, ich zeige die Gebärde, lache ihn an und sage „Wir sind wieder ZUHAUSE“. Seine Reaktion darauf ist immer ein Strahlen!

Ich winke TSCHÜSS, wenn ich mal weg gehe. Ist es für Emil in Ordnung macht er mit dem weiter, womit er gerade beschäftigt ist und lässt mich gehen. Möchte er noch mal kurz trinken oder kuscheln, dann weint er kurz. Nach einer Trink- oder Kuschelrunde kann er mich dann allerdings auch gehen lassen. Er versteht also, dass er sich zwar verabschieden, aber schnell noch trinken muss, bevor die „Milch“ geht.

Einige Zeit später

Unsere Kursleiterin sagte, dass wir die „Zuhause“-Gebärde nun theoretisch auch woanders einsetzen könnten, wenn wir zeigen wollen, dass wir nach Hause gehen. Lustigerweise kam es einige Tage später zu genau dieser Situation am Ende des Treffens unserer Krabbelgruppe. Als ich mit Emil los wollte, wollte Emil sich nicht anziehen lassen. Ich zeigte ihm – als er nach dem Wegkrabbeln am anderen Ende des Raumes angekommen war und zu mir schaute – die HAUS Gebärde und sagte ihm, dass er die Kleidung braucht, weil wir raus und nach Hause wollen. Schwupps – da kam er schnell zu mir zurück gekrabbelt. Die anderen Eltern waren ganz fasziniert – ich auch!

Emil gebärdet noch nicht

Emil gebärdet bislang noch nicht selbst – oder ich habe es nicht erkannt. Aber er reagiert mit seinen nun 11 Monaten immer mehr darauf. Es macht sehr viel Spaß zu sehen, wenn er erkennt, dass der HUND eben WAU-WAU macht und nicht MIAU oder QUAK, denn wenn ich das Tiere-Lied falsch singe, schüttelt er den Kopf. Wenn er Musik hört, tanzt er immer häufiger. Das Zeichen für MUSIK, AN und AUS versteht er dabei auf jeden Fall und man sieht, dass er schon lauscht, wenn man ihm zeigt, dass man die Musik angemacht hat (oft dauert es nach dem Drücken des Knopfes ja noch etwas).

Mir gefällt auch die Gebärde „Gesicht-abwischen“ ganz toll. Seit wir diese Gebärde verwenden, können wir ganz in Ruhe sein Gesicht abwaschen. Ohne unsere Ankündigung mit der Gebärde und unseren Worten dazu, versucht er so weit wie möglich seinen Kopf von uns wegzuhalten. Eigentlich sehr verständlich – wer möchte schon einen nassen Waschlappen plötzlich ins Gesicht bekommen?

Wir möchten Danke für das tolle Konzept sagen und freuen uns auf jeden Fall auf weitere Gebärden und babySignal-Stunden. Wir finden, der Kursbesuch und die Gebärden sind nicht nur hilfreich in der gemeinsamen Kommunikation, sondern auch im Allgemeinen. Die gegenseitige Wahrnehmung, das Wecken der Aufmerksamkeit bei den Kindern und das gemeinsame Erleben bereicherte uns.

Gewinnspiel:

babySignal-adventskalender18Möchten Sie mit Ihrem Kind auch einen babySignal-Moment erleben? Dann machen Sie mit und gewinnen Sie mit etwas Glück eine Einzelstunde mit Kursleiterin Stefanie Bollermann in Hamm. Beantworten Sie dazu die folgende Frage: Welche Gebärde zeigt Grete auf dem oberen Bild?

Die Antwort senden Sie noch heute bis 24:00 Uhr, per E-Mail an Stefanie Bollermann mit dem Stichwort: “Geschichten-Adventskalender”. Bitte vergessen Sie nicht, Ihren Namen und Ihre Anschrift anzugeben. Die Gewinner/innen werden anschließend per E-Mail informiert.

 

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