Die Adventszeit naht…

…wir sind in der Vorbereitung eines Adventskalenders für euch. Es wird ein Geschichten-Adventskalender mit vielen schönen, lustigen und niedlichen Erfahrungsberichten von Eltern, die mit ihren Kindern gebärden. Gut, dass Du den babySignal-Blog abonniert hast,  dann wirst Du nichts verpassen. Freu Dich mit uns auf die schöne Adventszeit mit unseren Kindern!

Das Team babySignal

 

 

babySignal-Botschafterinnen berichten mehr

Hier folgen weitere Erfahrungsberichte unserer Botschafterinnen. Wir haben Eltern gefragt: Wann und wo zeigst Du Gebärden? Wann und wo zeigt Dein Kind Gebärden? Spricht Dein Kind?

Natali _Emily BotschafterinNatali: Seit Januar 2016 bin ich wieder voll berufstätig und mein Mann ist in Elternzeit. Ich verbringe innerhalb der Woche somit nur noch wenige Stunden am Tag mit unserer Tochter Emily (13 Monate), bevor sie zu Bett geht. Beim Bücher anschauen und spielen zeige ich ihr auch weiterhin viele TIERGEBÄRDEN oder das Zeichen für NOCHMAL und abends dann ZÄHNE PUTZEN. Morgens, wenn mein Mann und Emily mich an der Haustür verabschieden, zeige ich die Gebärde ARBEITEN und habe das Gefühl, Emily versteht, dass sie nun den ganzen Tag mit Papa verbringt. Emily bewegt ihre Hände ständig und sie zeigt auf Dinge. Eine richtige Gebärde konnte ich aber noch nicht erkennen. Derzeit spricht sie auch noch nicht. Ursprünglich hatte ich mir gewünscht, dass sie in der Krippe zeigen kann, dass sie essen bzw. trinken möchte. Das klappt noch nicht, aber ich bin dennoch froh, dass ich babySignal kennen gelernt habe. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Emily viel mehr aufnimmt und entspannter ist, wenn ich meine Worte mit Gebärden unterstreiche, als wenn ich ohne meine Hände nur mit ihr reden würde. Mein Mann findet Gebärden interessant, aber zeigt sie nicht aktiv. Emily brabbelt schon und einzelne Worte können wir bereits erahnen.

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Bilderbuch Babyzeichen (5,99 €)

Sarah-Anne: Unser Sohn Ben, inzwischen 18 Monate alt, zeigt sehr gerne Gebärden. Ungefähr zum Zeitpunkt als der babySignal-Anfängerkurs zu Ende ging, hat Ben ein riesen Fortschritt gemacht in seiner sprachlichen Entwicklung. Nicht nur die Gebärden, aber auch seine Sprache hat sich stark weiterentwickelt. Zu Weihnachten haben wir Ben ein Bilderbuch mit Gebärden geschenkt,

Das Buch wurde von Ben voller Begeisterung angenommen und in Momenten, wo Ben zuvor kaum geguckt hat, wenn ich Gebärden vorgemacht habe, forderte er mich nun geradezu auf, mir die Zeichen zu zeigen! Seitdem gucken wir dieses Buch regelmäßig an. Vorher habe ich sein Verständnis getestet und gefragt “wo ist”…. und habe dann z.B. das Zeichen für Hund gemacht. Er hat auf den Hund gezeigt und wusste also die Verbindung zwischen bestimmte Wörter und die dazu gehörende Gebärden, die er dann noch nicht gezeigt hat. Seit Anfang Februar 2016 zeigt er nun auch das Zeichen für Hund, obwohl er Anfang Dezember schon angefangen hatte „Wauwau“ für Hund zu sagen.

Eine Gebärde die ich häufig gemacht habe, aber aufgehört hatte zu machen war “fertig”. Bis Ben dieses Zeichen selber angefangen hat zu gebärden. Es ist jetzt Teil seines Alltags.

Ben spricht inzwischen circa 30 Wörter und Laute (Auto=Brrrrrr, Hund=Wauwau, Esel=Hiihaa) und Gebärdet Circa 15-20 Zeichen. Es gibt bestimmte Gebärden, die ich weniger benutze, vor allem zum Ablauf des Tages (Guten Morgen, schlafen, essen etc.) Da die Notwendigkeit nicht mehr da ist, weil Ben den Kontext von alle Sätze und Wörter schon sehr gut versteht. Da lassen wir es beim reden. Bei Sachen die er uns zeigen kann benutzen wir noch viel Gebärden zu den Wörtern: z.B. Pferd, Hund, Katze, Baum, an/aus, Flugzeug und Haus. Diese Woche hat wollte Ben mir zeigen, dass er die Warnblinker von einem Paketauto so toll fand, da hat er mich grinsend angeguckt uns die Zeigen für an und aus abwechselnd gemacht. Ich konnte ihn richtig ansehen, dass er Spaß daran hat, mir zu erzählen, was er gerade tolles gesehen hat, das war ein schöner Moment.

Ben hat Spaß daran Gebärden zu zeigen und zu sprechen. So wie es aussieht, werden die Gebärden unser Leben noch eine Weile begleiten. Sie sind in unserem Leben eine wertvolle Ergänzung auf die sprachliche Entwicklung von unserem Sohn und unsere Kommunikation mit ihm.

[Das Buch „Babyzeichen“ kann bestellt werden bei Vivian Burgarth, info@baby-haende.de, 5,99 € zzgl. Versandkosten 1,00 €]

KLotzJanine: Leider muss ich zugeben, dass die Gebärden bei uns ein wenig eingeschlafen sind. Das hat zum einen den Grund, dass ich die einzige war, die die Gebärden aktiv angewendet hat. Und zum anderen, der wahrscheinlich entscheidender Grund, ist, dass Lotta (16 Monate) überhaupt nicht drauf reagiert. Ja, sie liebt die Gebärde für KUH, wendet diese aber bei allem an, was ihr über den Weg läuft. Das müssen nicht einmal Tiere sein. Ich weiß, dass sie mehr kennt und kann, aber sie scheint ohne Gebärden wohl auch immer zu ihrem Ziel zu kommen. Ab und an wendet sie mal die Gebärde für AN und AUS an, aber das auch nicht regelmäßig. Sie weiß auch, wie man MÜDE oder SCHLAFEN zeigt, aber da sie nicht sonderlich interessiert am Schlafen ist, zeigt sie uns diese Gebärden natürlich auch nicht ;-). Diese angeblich typischen Kindergebärden NOCHMAL bzw. MEHR, findet sie gänzlich uninteressant. Obwohl ich sehr hinterher war, dass ich ihr bei jeder möglichen Situation die Gebärden dafür zeige, kam es bei ihr nicht an. Mit dem Sprechen ist es aber auch noch nicht so ganz dolle bei ihr. Sie fängt so langsam aber an. „Danke“ versucht sie zum Beispiel eher zu sagen, als zu gebärden. Ansonsten versuchte sie letzte Woche beim Schneefall „gnee“ zu sagen und hat dazu ein wenig mit den Händen zur Unterstützung dazu herumgewedelt. Also zusammenfassend,: Lotta kann mehr, als sie aktiv anwendet. Ich weiß allerdings nicht, wie ich sie vom Mehrwert überzeugen kann. Mal abwarten, wie es weitergeht bei uns.

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Buch babySignal, Kösel-Verlag (15,99 €)

Anna: Am meisten benutze ich die Gebärden FREUDE, FREUEN und DANKE. Diese beiden begleiten uns sehr intensiv und viel. Jolie (19 Monate) kommuniziert nun sehr viel mehr mit den Händen. Wenn sie etwas nicht möchte oder satt ist, dann streckt sie den Arm gerade von sich und hält die Hand aufrecht, so als würde sie sagen wollen: Halt, das reicht oder ich will nicht mehr. Ich bin so beeindruckt über diese nonverbale Kommunikation und sie drückt so genau aus, was sie will und was sie braucht. Durch Ihr Zeigen teilt sie mir mit, wenn sie etwas entdeckt hat oder wenn sie etwas haben möchte. Sie spricht dabei nach wie vor kaum. Wir verstehen einander derzeit noch gut ohne Worte. Ich liebe es, diese tiefe Verbindung mit ihr zu haben und genieße es sehr. Rückblickend auf den babySignal-Anfängerkurs finde ich, dass tolle Begriffe ausgewählt wurden, die ich gelernt habe. Am Ende des Kurses habe ich gestaunt wie viele Gebärden wir bereits konnten. Da wir sehr viel draußen sind, brauche ich allerdings noch viele weitere Gebärden (z. B.: Gras, Blätter, Laufen, Springen, Regen, Sonne, Mond, Sterne, Wind).  Ich merke bei mir einfach, dass ich noch mehr lernen mag und es mir nicht „reicht“. Daher werde ich gerne zu den Themenstunden von babySignal gehen, die meine Kursleiterin Barbara anbietet oder auch mal im Internet nach Gebärden suchen, beispielsweise bei www.spreadthesign.com.

Vielen Dank für eure Berichte. Wir wünschen euch allen weiterhin spannende und freudige Momente mit euren Kindern – ob mit oder ohne Gebärden und werden wieder nachfragen…

www.babysignal.de

Botschafterinnen von babySignal berichten weiter

Nachdem wir im babySignal-Jubiläumsjahr (2015) unsere Aktion zum Botschafter ausgerufen haben, erreichten uns viele tolle Bewerbungen. Nun erzählen uns hier die damaligen Gewinnerinnen, die mit ihren Kindern kostenlos einen babySignal-Kurs besuchen durften, von ihren spannenden Erfahrungen mit Gebärden zuhause, nach dem Kurs von „babySignal – mit den Händen sprechen„.

1_Steffi und Sohn FensterSteffi und Benno (Berlin): Wir haben fast alle im Kurs gelernten Gebärden in unseren Alltag integriert und nutzen somit die Gebärden recht häufig: Beim Waschen, essen, spielen und Bücher betrachten. Benno (12 Monate) kann schon erstaunlich gut selber Gebärden zeigen. Ich finde es äußerst praktisch, da er bisher nur ein paar einzelne Wörter sprechen kann. Ich kann ihn tatsächlich durch die Gebärden viel besser verstehen, er mich aber offensichtlich auch. Morgens, wenn ich ihm Frühstück mache, zeigt er auch schon, dass er Hunger und Durst hat. Wenn mein Mann zur Arbeit geht, verabschieden wir ihn an der Tür.  Benno gebärdet inzwischen PAPA und ARBEITEN. Benno schaut auch sehr gerne Bücher an, sein Lieblingsbuch ist ein Bauernhofbuch. Da gebärde ich die Tiere für ihn. Einige kann er auch schon selber zeigen. Ständig möchte er aus dem Fenster schauen; wenn er einen Vogel sieht, freut er sich und gebärdet VOGEL. Sein Mitteilungsbedürfnis wächst: Seit ein paar Tagen versucht er mir händeringend etwas zu sagen. Leider konnte ich noch nicht herausfinden, was er mir sagen will. Insgesamt klappt es aber sehr gut zwischen uns und ich verstehe was er möchte oder wovon er erzählt. Diese Gebärden zeigt er schon. SIRENE, ESSEN, TRINKEN, HUND, KUH, MAMA, PAPA, NOCHMAL, MEHR, DREHEN und MUSIK.

FinchenAndreaAndrea und Finchen (bei Hamburg): Ich gebärde täglich mit meiner Tochter (15 Monate) und finde auch, dass sie sehr aufmerksam ist, wenn ich gebärde. Besonders häufig nutze ich Gebärden beim Benennen von Tieren und wenn wir singen. Parallel zu den Gebärden, die sie selbst zeigen kann, beginnt Finchen langsam an zu sprechen. Durch ihren großen Bruder, der ja schon sehr viel spricht, will sie das auch schnell lernen. Sie sagt bereitsn „Mama, Papa, Oma, Katze, Puppe auch, anziehen, aufstehen, haben und danke“. Manchmal sagt sie „Tschüss“ und winkt dazu. Gebärden, die sie oft zeigt sind: MUSIK, damit ich ihr etwas vorsinge und NOCHMAL. Die Bedeutung von NOCHMAL hatte sie sofort begriffen. Dabei dreht sie nicht nur den Zeigefinger sondern die ganze Hand vor dem Oberkörper. Wenn Finchen eine Katze sieht, so gebärdet sie das momentan am liebsten, obwohl sie KATZE auch schon sprechen kann. Der Hund, für den sie in der Vergangenheit häufig die Gebärde benutzt hat, ist im Moment ebenfalls die KATZE*. Zusätzlich stelle ich häufiger fest, dass eine Handlung, die Finchen nicht besonders schätzt (wie Gesicht waschen und Zähne putzen) leichter wird, wenn ich vorher die Gebärde mehrfach zeige und ankündige, was kommt.

*Anmerkung von Wiebke Gericke: Diese Art der Übergeneralisierung in der Sprache von Kindern ist in diesem Alter positiv zu bewerten. Fine stellt fest, dass Katze und Hund gleiche Merkmale haben (beide haben vier Beine) und benennt daher beide Tiere gleich. Später wird sie dann jedes Tier unterschiedlich benennen.

LottaJessica und Lotta (Bremen): Lotta ist jetzt fast ein Jahr alt und Gebärden sind weiterhin ein aktiver Bestandteil unserer Kommunikation. Schauen wir ihre Lieblingsbücher an, so blättert sie immer wieder zu den Seiten, wo sie das Tier schon selbst gebärden kann: HUND, KATZE, SCHAF, KUH, FISCH und MAUS. Auch die Lautäußerungen sind bei den Tieren, die sie gebärden kann, viel ausgeprägter, als bei den anderen. Bei den Mahlzeiten gebärdet Lotta auch regelmäßig. Während die große Schwester schon sehr viel spricht (besonders auch mit ihrer kleinen Schwester), gebärdet Lotta auf ihre Art und Weise zurück. Immer öfter merken wir, dass sich auch die ersten richtigen Worte erkennen lassen. Als zweisprachig aufwachsendes Kind sind das im Englischen: this, bye, no, daddy und im Deutschen: da(s), Mama und ja. Ihre Körpersprache ist ebenfalls ausdrucksstark (Blicke, Nicken). Wir wissen nicht, ob wir durch die Gebärden sensibler sind auf ihre Körpersprache zu achten oder ob Lotta einfach sehr aktiv ist. Ganz auffällig ist, dass Lotta ganz bewusst ihre Hände bewegt, betrachtet und als Kommunikationsmittel versteht. Das finden wir sehr beeindruckend. Im April 2016 beginne ich mit der Ausbildung zur babySignal-Kursleiterin und werde zukünftig eigene Kurse in meinem Raum anbieten können. Als Familie hingegen überlegen wir einen weiteren Kurs zu besuchen. Der Zauber des Gebärdens liegt auf jeden Fall in den kleinen Situationen, die mich als Mutter berühren: Gestern stand ich morgens an der Tür und drehte mich noch kurz zum Abschied zu Lotta um. Da lächelte sie mich an und gebärdete ganz selbstbewusst “Tschüss”. Diesen Moment fand ich so schön, denn sie hat von sich aus, ohne Impuls von mir oder meinem Mann, Tschüss gewunken.

Petra_Felix BuchPetra und Felix (Nähe Bodensee): Die Gebärden laufen inzwischen so flüssig von der Hand, dass es uns gar nicht mehr auffällt, dass wir überhaupt gebärden. Wir singen täglich Tierlieder und auch Bilderbücher und deren Geschichten werden von uns mit den entsprechenden Gebärden begleitend vorgelesen.  Wir erlebten eine schöne Situation Anfang Januar 2016, als wir bei meinem Schwiegervater zum Geburtstag eingeladen waren. Unter den Gästen befand sich auch ein wirklich großer, zotteliger Hund. Mein Mann und ich waren etwas beunruhigt, weil Felix (12 Monate) bisher noch keinen Kontakt zu Hunden gehabt hat. Außerdem sitzt Felix nun nicht mehr ruhig auf unserem Schoß, sondern krabbelt fleißig durch die Gegend. Was würde wohl mit diesem großen Hund passieren? Die Zwei hatten sich zum Glück auf Anhieb lieb und Felix klatschte vor Freude zunächst immer wieder in die Hände. Nach einer Weile fragte mich mein Mann, wieso Felix sich eigentlich immer auf das Bein schlagen würde? Da fiel es uns beiden wie Schuppen von den Augen: Felix gebärdete uns HUND (mit der flachen Hand klopft man auf den Oberschenkel) und klatschte danach vor Freude in die Hände! Wir Eltern waren also schwer von Begriff und haben erst einmal über uns selbst gelacht. Dieser Moment war der Durchbruch. Felix gebärdet nun auch noch HALLO, AUF WIEDERSEHEN, SINGEN, SONNENSCHEIN und zeigt, wie GROSS er ist. Wir finden, es ist ein unwahrscheinlich schönes Gefühl mit dem eigenen Kind kommunizieren zu können. Es herrscht eine ganz besonders innige Atmosphäre und wir fühlen eine tiefe Verbundenheit miteinander. Wir leben babySignal! Seit Anfang Januar spricht Felix auch seine ersten Worte! Morgens beim Wechseln der Windel kam zum ersten Mal „Ma-Ma“ über seine Lippen. Da war meine Freude natürlich groß! Papa war mit einem Augenzwinkern etwas enttäuscht – er hatte gehofft, das erste Wort müsse eher Papa sein. Doch noch am selben Tag, als wir mittags mit dem Auto unterwegs waren, hörten wir vom Rücksitz „Papaaaa“!  Zwei wichtige erste Wörter an einem Tag – wie schön!

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Mehr zu unserem Kursangebot: www.babysignal.de

Neues zu unserer Jubiläumsaktion „Botschafter für babySignal“

Jubiläum 10 Jahre babySignal Orange Die Jubiläumsaktion mit unseren Botschafterinnen und Botschaftern, die einen Kursbesuch geschenkt bekommen haben, um uns dafür parallel von ihren Erfahrungen mit Gebärden zu berichten, ist in vollem Gange. Wir haben daher ein paar Fragen gestellt und lassen die Eltern hier bunt zu Wort kommen.

In welchen Situationen merkst Du, dass eine Gebärde für Dich sinnhaft ist? Sei es aus Spaß oder weil die Gebärde irgendetwas auslöst oder bewirkt.

Mutter Jessica: Seitdem wir die Gebärde „komm hoch“ konsequent einsetzen zeigt Lotta (9 Monate) viel deutlicher an, wenn sie hochgenommen werden möchte. Besonders viel Spaß machen mir Fingerspiele und Lieder mit Gebärden. Auch unsere ältere Tochter Isabella (2,5 Jahre) zeigt mit viel Spaß verschiedene Tiergebärden. Die beiden Gebärden für „weg“ und „fertig“ finden in unserem Alltag ebenfalls guten Anklang. Vater Bernd: Die Gebärden für „noch mal“ und „komm hoch“ finde ich sehr hilfreich, weil ich damit Lotta auf eine Aktion vorbereiten kann und ihre Aufmerksamkeit bekomme. Außerdem benutze ich gerne das Fingerspiel mit Gebärden, um in schwierigen Situationen die Stimmung herum zu reißen.

PetraGörckePetra: In unserem Alltag mit Felix (11 Monate) haben sich schon sehr viele Gebärden etabliert. Das beginnt mit „Guten Morgen“ und geht von der Körperhygiene bis zur Hausarbeit. Gespannt verfolgt unser Sohn, wie sich Waschmaschine, Windrad und Mixer „drehen“. Bilderbücher werden spannender und erwachen zum Leben, je mehr Gebärden ich in den Kursstunden lerne und diese dann zuhause zeige. Das Radio, das Licht und der Föhn gehen „an“ und „aus“, begleitet von einem fröhlichen Lachen. Seit einer Woche lernt Felix, dass die Gebärde „heiß“ und Mamas ernstes Gesicht keinen Spaß bedeuten und Vorsicht geboten ist.

Sarah-Anne: Für Ben (16 Monate) scheinen die Gebärden mehr Deutlichkeit zu bringen. Bemerkbar ist dies vor allem abends beim ins Bett gehen, denn hier unterstützen die Gebärden, dass es Zeit ist schlafen zu gehen. Wenn Ben weiß, dass er gleich ins Bett geht, winkt er Papa zu. Manchmal winkt er auch, um uns zu signalisieren, dass er ins Bett möchte. Die Gebärden für „an“ und „aus“ nutzt er ebenfalls, um uns zu zeigen, dass er etwas gesehen hat. Zum Beispiel wenn im Auto das Licht automatisch angeht, nachdem man die Tür geöffnet hat.

SteffiSteffi: Zur Zeit finde ich das Winken zum Abschied für meinen Sohn Benno (9 Monate) sinnhaft, zum Beispiel wenn sein Papa zur Arbeit muss. Benno ist dann meist etwas traurig und so haben wir ein Ritual mit Tschüss-Winken für ihn angefangen. Da Benno sich im Moment nicht gern wickeln lässt, sind die Gebärden für „an“ und „aus“ auch sinnvoll. Sie lenken ihn ab und machen ihm Spaß. Ich knipse jetzt das Licht immer wieder an und aus , dann klappt es beim Wickeln besser.

AntoniaFRA[1]Antonia: Bevor ich meinen Sohn Oscar (4 Monate) hochnehme, mache ich die Gebärde „komm“, damit er weiß was passiert. Er grinst mich dann an und freut sich. Außerdem nutze ich oft die Gebärde „warte“, um ihm zu signalisieren, dass ich kurz weg gehe. Sinnvoll finde ich auch die Gebärde für „Arbeit“, damit er weiß wohin Papa und später auch Mama gehen. Mit seinen vier Monaten sind Tiere noch nicht so spannend, aber auf diese Gebärden freue ich mich schon.

Anna-Verena PastoorsAnna-Verena: Ich gebärde gerne regelmäßig in alltäglichen kleinen Situationen des Tages. Es beginnt schon morgens damit, dass ich Jolie (16 Monate) mit der schönen Gebärde „Guten Morgen“ begrüße. Manchmal auch nur einhändig, weil sie dann in meinem Arm liegt. Genauso ist es beim Zähne putzen, waschen oder beim Stillen. Hier kann ich ganz einfach „Milch“ gebärden. Sie wirkt dadurch entspannter, weil sie informiert ist. Ganz toll finde ich im Alltag die Gebärde „warte“. Jolie versteht sie sofort, und ich merke beim Gebärden, wie ich selbst zur Ruhe komme. Im Allgemeinen habe ich das Gefühl, dass sie mich viel mehr versteht, als wenn ich „nur“ spreche. Die Zeigegeste „da“ nutzen wir am meisten. Gemeinsam etwas zu entdecken oder Jolie etwas zu zeigen ist einfach toll.

Andrea: Finchen (12 Monate) hat viel Spaß an den Gebärden. Sie hat sehr schnell begriffen, dass Mama und Papa ihren Wunsch erfüllen und Musik einschalten oder singen, wenn sie die Gebärde macht. Ich gebärde gern „essen“ und „trinken“. Diese Gebärden zeigt Finchen auch schon selbst. In der letzten Kursstunde haben wir die Gebärden für „waschen“, „baden“ und „wickeln“ gelernt, die ich jetzt auch immer im Alltag anwende, da sie Finchen spielerisch auf das vorbereiten, was ich mit ihr mache.

Beschreibe uns die Reaktionen von wichtigen Menschen in deiner Umgebung darauf, dass Du mit Deinem Kind gebärdest.

Mutter Jessica: Meine Schwiegermutter, die mit uns zusammen wohnt, hat sehr positiv auf die Gebärden reagiert und schnell gemerkt, dass sie die Kommunikation mit den Kindern unterstützt. Ich habe schon beobachtet, wie sie Gebärden anwendet. Vater Bernd: Mir sind bisher weder negative noch positive Reaktionen von den Menschen in meiner Umgebung aufgefallen.

Petra: Mein Mann lernt mit Begeisterung fleißig die Gebärden mit und wendet sie auch täglich an. Manchmal verwechselt er die Gebärden, worüber Felix sich scheckig lacht. Das überzeugt uns, dass unser Sohn schon sehr genau weiß, was wir ihm zeigen und das er uns versteht. Und das noch vor seinem ersten Geburtstag!

Sarah-Anne: Oma freut sich immer besonders, wenn Ben ihr Gebärden zeigt. Beispielsweise zeigt Ben die Gebärde für Vogel, wenn er einen gesehen hat und erzählt es Oma. Sie freut sich sehr, dass er dies mitteilen kann.FB-babysignal-Botschafterin

Steffi: Die Reaktionen meines Mannes sind von Anfang an interessiert und er macht mit. Andere Reaktionen darauf, dass wir gebärden, habe ich bisher nicht bekommen.

Anna-Verena: Bisher gab es sehr wenig Reaktionen auf diese Art der Kommunikation. Mein Partner findet es ganz spannend. Er macht auch gern mit. Heute hat er eine Mandarine geschält, und Jolie „essen“ gebärdet. Das hat sie richtig gefreut. Mein Sohn hat beim Ballspielen mit ihr „Ball“ gebärdet. Es ist spaßig und fühlt sich ein wenig an, als hätten wir eine Geheimsprache.

Andrea: Durch die babySignal-Kurse, die ich mit meinem älteren Sohn Jonathan bereits früher gemacht habe, kennen unsere Familiemitglieder das Gebärden schon. Ein Teil der Verwandten reagiert sehr aufgeschlossen und macht auch mit. Für einige erschließt sich leider der Sinn nicht. Obwohl sie bereits mehrfach gesehen haben, wie gut man mit den Kleinen durch die Gebärden kommunizieren kann.

Beschreibe uns bitte Dein Kind, so wie es sich derzeit mitteilt.

Mutter Jessica: Lotta (9 Monate) kommuniziert anhand von Lauten und setzt diese immer bewusster ein. Die Gebärden versteht sie gut und setzt ihre Hände und Finger ein, sobald wir das tun. Vater Bernd: Unsere große Tochter (2,5 Jahre) kann sich mittlerweile auch mit ihren Worten sehr gut verständlich machen. Lotta kommuniziert vor allem mit Blickkontakt und Mimik. Zuneigung und Abneigung kann auch sie schon gut ausdrücken. Außerdem kann sie mir mit ihrer Blickrichtung mitteilen, wofür sie sich interessiert.

Petra: Felix (11 Monate) gebärdet noch sehr verhalten. Er winkt ab und zu und hat bisher einmal „singen“ gebärdet. Er hat aber viel Spaß an den Gebärden und wird sich sicher bald mehr zum Ausdruck bringen.

SarahAnnePastoorsSarah-Anne: Ben ist 16 Monate alt, kommuniziert viel, aber spricht noch kaum. Er übt es wohl, und es kommen immer öfter Laute heraus, die sich für uns wie Wörter anhören. Wörter, die er benutzt sind: Mama, Papa, da und bah. Insgesamt kommuniziert er viel mit seiner Körpersprache. Er nimmt zum Beispiel meine Hand, zieht mich runter, streckt seine Hände aus und legt sie um meinen Hals und macht ungeduldige Geräusche, bis ich ihn hoch nehme. Dann zeigt er mit seinem Finger auf das, was er haben will und ruft „da, da, da!“. Wenn ich Ben etwas sage, versteht er sehr viel. Er holt zum Beispiel seine Schuhe oder Kleidungsstücke und legt sie an den richtigen Ort. Fragen wir ihn, ob er frühstücken möchte, so holt er Sachen aus dem Kühlschrank und bringt sie zum Esstisch. Dann zieht er uns an der Hand und weist uns deutlich mit dem Finger oder durch Hand klopfen unseren Platz am Tisch zu. Anschließend fordert er uns auf, ihm auf seinen Stuhl zu helfen. Wenn er Radio hören will, lallt er, zeigt auf das Radio und fängt an zu tanzen. Ist alles zu seiner Zufriedenheit, lächelt er uns an und klatscht in die Hände. Ben zeigt einige Gebärden: Vogel (auch für Schmetterling und Flugzeug), An & Aus, Milch für Stillen, Tier, Musik, Elefant und weg (auch als Frage, “wo ist”?).

Steffi: Ich bin ganz erstaunt, denn vor Kurzem fing Benno im Alter von neun Monaten an, bereits die ersten Gebärden zu nutzen. Die Erste war das Winken bei der Verabschiedung. Erst sah es etwas lustig aus, denn er winkte sich selbst zu, aber mittlerweile winkt er in die richtige Richtung. Auf dem Wickeltisch machte er ähnliche Handbewegungen, bis ich begriff, dass es die Gebärden für „an“ und „aus“ sind. Wenn ich zuhause das Begrüßungslied aus dem Kurs singe, bei dem zu „Hallo“ gewunken wird, winkt Ben gleich los. Benno deutet auch viel auf Dinge, die ihn interessieren.

Anna-Verena: Jolie (16 Monate) benutzt sehr wenige der Gebärden, die ich bisher gelernt habe. „Da“ zeigt sie ganz eindeutig. Sie drückt sich viel mit Händen und Armen aus. Wenn sie mal muss, fasst sie sich energisch ans Ohr. Wenn sie satt ist, hält sie die Hand mit weit ausgestrecktem Arm nach vorn und wenn sie müde ist, reibt sie sich ausgiebig das Gesicht. Seit Kurzem spricht sie einige Silben, so zum Beispiel „dadada“ oder „drotdrotdrot“, und sie schnalzt seit der letzten babySignal-Stunde mit der Zunge.

Andrea: Finchen benutzt im Alter von 12 Monaten einige Gebärden: „Musik“ und „essen“ und auch einige Tiere. Außerdem kommuniziert sie sehr viel durch ihre Mimik und Körpersprache. Wenn sie sich sehr freut, kneift sie mit einem strahlenden Lächeln die Augen fest zusammen. Dies wiederholt sie solange, bis man es ihr nachmacht. Sie versteht es auch gut, sich durch Laute, die an einen kleinen Dinosaurier aus Jurassic Park erinnern, auf sich aufmerksam zu machen. Wenn man nicht gleich auf ihre Bedürfnisse eingeht, kann sie auch sehr ungeduldig werden und sich lautstark beschweren. Langsam beginnt sie einige Wörter zu sprechen. Zum Beispiel „Mama“ und „Papa“, „schick“ und „anziehen“.

Vielen Dank für Eure Antworten!

Wer diesen Blogbeitrag bis hierher gelesen hat, wird sicher das selbe denken, wie auch wir: Es ist sehr unterschiedlich, welche Erfahrungen die einzelnen Familien mit Gebärden sammeln und genau deshalb auch so spannend.

Vielen Dank für Eure Antworten!

Wiebke Gericke und das Team der babySignal-Kursleiterinnen

www.babysignal.de