Eltern über babySignal: Maren und ihre Zwillinge

Maren ist Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogin und Mutter von Zwillingen. Es lag für sie auf der Hand, mit ihren Kindern auszuprobieren, was sie beruflich bereits kennengelernt hatte.

Liebe Maren, worauf hast Du Dich am meisten gefreut, als Du Dich entschieden hast, babySignal mit Deinen Kindern auszuprobieren?

Ich war sehr gespannt, ob es mit meinen Jungs „klappt“. Hinzu kommt, dass ich es sehr spannend finde, ob die Zwillinge unterschiedlich gebärden bzw. in unterschiedlichem Tempo anfangen. Ob sie die gleichen oder unterschiedliche Gebärden spannend finden? Und wie werden sie miteinander zu kommunizieren anfangen?

Maren und ihre ZwillingeDu hast nur mit dem Buch von babySignal gearbeitet und keinen Kurs besucht. Wie hast Du zu Hause mit den Gebärden angefangen?

Jakob und Frederik hatten es etwas eilig, auf die Welt zu kommen. Ich erwähne das nur, wenn es um das Alter der beiden geht. Ich gebärde mit ihnen, seit sie ca. 6 Monate (eigentlich also 3 Monate) alt sind. Zu diesem Zeitpunkt waren die Jungs noch gar nicht mobil. Ich habe immer mal wieder auf dem Wickeltisch z.B. das drehende Mobile gezeigt, in dem ich einfach mit dem Finger Kreise in die Luft gedreht habe. Oder ich habe Licht an- und ausgemacht und das mit dem Zeichen dazu kommentiert, in dem ich meine Hand zur Faust geöffnet oder geschlossen habe. Nach und nach habe ich dann weitere Gebärden gezeigt, die für sie ihrem Alter entsprechend spannend waren.

Wie ging es dann weiter? Wann hast Du erkannt, dass die beiden die Gebärden annehmen?

Ich hatte das Gefühl, dass Jakob und Frederik es relativ schnell interessant fanden, wenn Sprache mit Gebärden begleitet wurde. Mit ca. 12 Monaten (also 9 Monaten) hat der ältere Zwilling immer die Faust hochgestreckt, wenn ich das Licht an- oder ausgemacht habe. Und auch jetzt ist es immer noch die größte Freude, wenn sie eine Gebärde selber zeigen, und es passiert tatsächlich parallel das, was sie meinten. Ihre unbändige Freude ist einfach toll: Sie „sagen“ mir etwas und ich mache das dann tatsächlich auch.

Was fasziniert Dich am meisten an babySignal bzw. am Gebärden mit Babys?

Wenn ich mir vorstelle, wie alt sie eigentlich sein müssten, damit sie z.B. sprachlich eine konkrete Bitte an mich stellen könnten, finde ich es fantastisch, was sie mir jetzt bereits alles mitteilen können. Nicht weil ich sie damit im Speziellen fördern möchte, sondern weil wir einfach eine Menge Spaß dabei haben, uns über ganz konkrete Dinge zu unterhalten und Quatsch zu machen.

Wie läuft es aktuell bei euch im Alltag mit den Gebärden?

Meine Jungs nutzen inzwischen schon 20-30 Gebärden. Im Kinderwagen wird momentan jedes Geräusch benannt. Jeder Vogel wir gebärdet und gezeigt. Jeder Hubschrauber oder die Sirene eines Krankenwagens wird mit „Tatütata“ freudestrahlend mitgeteilt. Ich bekomme auch genau gebärdet, was sie möchten: essen, trinken, aufs Töpfchen gehen oder, das sie mit einer Sache fertig sind. Das ist natürlich für uns als Eltern praktisch. Momentan besteht die Lautsprache noch hauptsächlich aus „dadada“. Da wären diese „Gespräche“, die wir gerade so führen also noch lange nicht denkbar.

Du warst gespannt und wir sind es jetzt auch: Gebärden die Zwillinge unterschiedlich?

Beide machen z.B. andere Gebärden für (Vogel/piep-piep). Und es hat jeder von ihnen immer mal wieder eine neue Lieblingsgebärde, die er mir oder sie sich gegenseitig dann tagelang immer und immer wieder zeigen.

Spannend finde ich, dass sie lautsprachlich teilweise ihre eigene Sprache untereinander haben. Lange dachte ich, dass wäre bei den Gebärden nicht so. Sie haben aber 2-3 Gebärden, die sie immer wieder benutzen (z.B. zeigen sie sich immer mal wieder eine Gebärde, die wie schnipsen aussieht) und ich nicht weiß, was sie bedeuten. Untereinander lachen sie aber darüber. Ich denke, sie haben sich da selber etwas ausgedacht und finde das toll.

Danke, Maren, für das Interview. Gerne erfahren wir später einmal, wie es für Euch weiter gegangen ist auf dem Weg zur Sprache.

babySignal feiert Jubiläum! Videoclip Nr. 4

Der erste Schnee mit Kindern! Herrlich! Daher lieben wir auch unsere Kooperation mit den Familienhotels in Liechtenstein und Österreich. Dort gibt es garantiert viel Spaß im Schnee! Hier kommt die passende Gebärde:

Paul spricht! (Maren)

Um Paul ist es seit zwei Monaten ruhig geworden, was unsere Geschichten für den Blog betrifft. Und das hat einen ganz einfachen Grund: Paul spricht mit seinen 20 Monaten mittlerweile richtig viel! Teilweise gebärdet er noch zusätzlich, wie ich es in meinem letzten Beitrag beschrieben habe. Ich muss zugeben, dass ich selber fast gar nicht mehr gebärde.

Wie das wohl bei den meisten Mamas unter uns Kursleiterinnen ist, dachte ich natürlich, ich würde länger Gebärden nutzen. Schließlich kenne ich alle Tipps und Tricks und habe einen umfassenden Gebärdenwortschatz in petto. Aber da hat Paul mir einen Strich durch die Rechnung gemacht und ich bin natürlich auch froh, dass er so viel erzählt!

Genauso soll es ja auch sein: Gebärden mit Babys und Kleinkindern als Kommunikationsmittel auf dem Weg zum echten Sprechen. Und wir sind angekommen!

Der Ofen ist heiß (Anne-Christin)

Unser Sohn ist jetzt 10 Monate und gebärdet seit einer Woche. U.a. auch „heiß“. Wir haben einen Ofen zu Hause und wir haben kein Gitter um den Ofen herum. Wir zeigen ihm immer die Gebärde „heiß“.

Seit einer Woche sitzt er vor dem Ofen und gebärdet „heiß“ und macht einen Bogen um den Ofen.

Vielleicht benötigen wir kein Gitter. Daran sieht man mal, was Gebärden bewirken.

Wir sind begeistert.