babySignal ist super nach dem 1. Geburtstag

Adventskalender am 23. Dezember 2017

von Sonja (Landkreis Verden, Niedersachsen)

Als ich das babySignal-Buch gelesen und die ersten Gebärden (fertig, trinken, müde, Autofahren) im Alltag anwendete, war meine Tochter Ella etwa sechs Monate alt. Wir haben dann direkt einen babySignal-Kurs bei Tina de Boer besucht. Am Anfang hat Ella zwar interessiert geschaut, aber auf ihre erste eigene Gebärde musste ich noch lange warten. Das Laufen lernen war bei ihr bis zu ihrem ersten Geburtstag absolut höchste Priorität.Ball-laufen-lernen

Und dann kamen sie – erste Worte und immer wieder dieselben Gebärden…

WEG (verschwunden): Die Gebärde für WEG war eine der ersten Gebärden, die Ella im Alter von zwölf Monaten selbst gezeigt hat. Sie spricht: „Da – piep-piep“ und erzählt somit, dass sie Vögel entdeckt hat. Direkt danach gebärdet sie WEG, weil die Vögel weggeflogen sind.

Beim Essen ist sie ebenfalls davon fasziniert, wenn etwas verschwindet: Ein Stück Kartoffel wandert in ihren Mund, sie kaut noch und streckt schon die Hände zur Seite, um zu erzählen, dass die Kartoffel nun WEG ist.

Besonders lustig ist es auch, wenn Papa den Rasen mäht und er immer wieder aus ihrem Blickwinkel verschwindet und kurz darauf wieder auftaucht. Immer wieder zeigt sie die Gebärde WEG!

NOCHMAL: Im Alter von 16 Monaten begann sie täglich mehr und mehr zu gebärden. Wir sahen Schafe am Deich und ich erzählte es ihr mit einer Gebärde. Ella zeigte es mir sofort zurück und machte mit! Dieses Feedback ist natürlich toll. Sie möchte nun auch immer öfter das gesprochene Wort und die Gebärde dazu von mir wiederholt bekommen. Eigene Wörter von ihr: „maiii“ kann ich durch die Gebärde leichter verstehen (NOCHMAL). So auch beim Essen: Ihr Mund ist noch voll und sie möchte ein weiteres Stück Wurst. Sie zeigt auf die Wurst und gebärdet NOCHMAL.

Und wenn ich mal nicht auf sie achte? Dann schiebt sie ihre kleine drehende Hand vor mein Gesicht, damit ich es auch ja sehe!

Fazit: Ich würde anderen Eltern auf jeden Fall empfehlen, auch mit ihren Kindern zu gebärden. Wir haben während des Anfänger- und Aufbaukurses von babySignal nicht nur Gebärden gelernt, sondern auch schöne Lieder und Reime, so dass wir die Gebärden ganz spielerisch und „singend“ in unseren Alltag integrieren konnten. Viele andere Babykurse finden während des ersten Lebensjahres des Kindes statt. Danach gibt es kaum noch Angebote in meiner Gegend. Einen babySignal-Kurs kann man super in der Zeit nach dem ersten Geburtstag machen.

Gewinnspiel:

babySignal-adventskalender23Möchten Sie mit Ihrem Kind auch einen babySignal-Moment erleben? Dann machen Sie mit und gewinnen Sie mit etwas Glück eine Einzelstunde mit Kursleiterin Tina de Boer aus Bassen im Landkreis Verden in Niedersachsen. Beantworten Sie dazu die folgende Frage: Welche Gebärde zeigt X auf dem oberen Bild?

Die Antwort senden Sie noch heute bis 24:00 Uhr, per E-Mail an Tina de Boer mit dem Stichwort: “Geschichten-Adventskalender”. Bitte vergessen Sie nicht, Ihren Namen und Ihre Anschrift anzugeben. Die Gewinner/innen werden anschließend per E-Mail informiert.

 

 

 

Im Portrait: babySignal-Kursleiterin Tina de Boer aus dem Landkreis Verden

Tina de Boer ist nicht nur babySignal-Kursleiterin für Familien, sondern seit 2013 auch aktive Seminarleiterin für Krippe und Kita. Ihre Eltern-Kind-Kurse finden in zwei Hebammenpraxen aus Fischerhude und Achim in Rothenburg und in der sprachtherapeutischen Praxis Maisenbacher in Verden statt. Für die Seminare ist sie deutschlandweit unterwegs. Aktuelle Termine findet Ihr hier.

Liebe Tina, warum glaubst Du an die Idee von babySignal?

Ich glaube, die Idee von babySignal ist deshalb so großartig, weil es immer wieder Mütter gibt, die sich trauen, neue Wege in der Kommunikation mit Ihrem Kind zu gehen. Es bedeutet ein hohes Maß an Anerkennung seinem Kind gegenüber, ihm so viel Kompetenz zuzusprechen, seine Wünsche schon sehr früh konkret ausdrücken zu können. Wiebke Gerickes hohe Fachkompetenz aus der Gehörlosenpädagogik, die sie in die babySignal-Arbeit einbringt und immer wieder an uns als Kursleiterinnen weitergibt, ist ein weiterer Grund. Das ganze Konzept ist eben von einer Fachkraft entwickelt worden und das spiegelt sich immer in den Kursinhalten und den Weiterbildungsangeboten wieder.

babySignal Kursleiterin Tina de Boer

Was ist Dein schönstes babySignal-Erlebnis?

Das Schönste für mich ist immer die Rückmeldung von Eltern und Erzieherinnen. Erst kürzlich schrieb mir eine Erzieherin nach einem zweitägigen Seminar, dass der Kleinste aus der Krippe die Gebärden sofort umgesetzt hätte und nun so viel zufriedener sei. Ein ursprünglich skeptischer Väter berichtetete mir nach ein paar Monaten, dass die Gebärde „arbeiten“ die erste sei, die sein Sohn nun anwenden würde und dass ausgerechnet er selbst ihm diese Gebärde jeden Tag beim Abschied gezeigt hätte.

Tina de Boer Hotel Gorfion Liechtenstein

Urlaubskurse im Hotel: Tina im Hotel Gorfion in Liechtenstein

Hast Du selbst mal an einem babySignal-Kurs mit einem Deiner Kinder teilgenommen? Wie war denn Dein Eindruck als Mama?

Direkt in meiner Umgebung gab es leider kein Angebot von babySignal, deshalb konnte ich die Position der Mutter erst erleben, als ich die Ausbildung zur Kursleiterin gemacht habe. Aber auch ohne Kursbesuch bin ich bei allen drei Kindern in den Genuss von Gebärden gekommen, bei jedem von ihnen in unterschiedlicher Intensität und Umsetzung. Mein dritter Sohn hat dann einfach mit seiner Oma einen Kurs bei mir besucht und so haben die Gebärden sogar generationsübergreifend bei uns in der Familie ihren Platz gefunden.

10 Jahre babySignal: Was, glaubst Du, hat sich in dieser Zeit verändert?

Die Erziehung ist im Wandel. Sie beruft sich immer mehr auf die Kompetenzen des Kindes und ist noch wertschätzender geworden. Auch die „Frauenrolle“ hat sich gewandelt: Die Mütter gehen mittlerweile selbstverständlicher nach einem Jahr wieder arbeiten und geben ihre Kinder vertrauensvoll in die Hände von Erzieherinnen, die die Wünsche der Kinder viel schneller verstehen, wenn sie Gebärden benutzen. babySignal ist gewachsen, wächst weiter und passt sich mit Nachmittags-, Kompakt- und Krippenkursen den neuen Lebensbedingungen und der neuen Zeitplanung der Eltern an.

Krippenseminar mit Tina de Boer

Krippenseminar mit Tina de Boer (2. v. r.)

Wie soll es weitergehen? Was wünschst Du Dir für babySignal und Dich als Kursleiterin?

Weiter so mit viel Energie, Kompetenz und vielen neuen und alten Ideen!  Für mich selbst wünsche mir noch mehr Erweiterung meiner eigenen Gebärdenkompetenz über „learning by doing“ von den Profis, den Gehörlosen.

Wir danke Dir für Deine Antworten, Tina!

Kursleiterinnen erzählen: Schmetterling oder Käfer?

Tjade hatte mit 17 Monaten einmal während seiner „Kaffeepause“ am Nachmittag aus einem Becher getrunken, auf dem fliegende Marienkäfer abgebildet waren.

MarienkaeferEr betrachtete den Becher länger, drehte ihn mehrmals hin und her, bis er voller Freude SCHMETTERLING gebärdete.

Das zeigte mir mal wieder, wie spannend es ist, wenn die Kinder gebärden. Für mich waren da ganz deutlich Marienkäfer auf dem Becher, aber mit ausgebreiteten Flügeln konnte man sie sicher für Schmetterlinge halten. Ohne Gebärde hätte ich nicht verstanden, dass Tjade auf dem Becher Schmetterlinge in den Käfern sah.

Ein Rückblick von unserer Kursleiterin Tina aus dem Landkreis Verden.

 

 

(Marienkäferfoto von www.johanna-abert.de)