Neues zu unserer Jubiläumsaktion „Botschafter für babySignal“

Jubiläum 10 Jahre babySignal Orange Die Jubiläumsaktion mit unseren Botschafterinnen und Botschaftern, die einen Kursbesuch geschenkt bekommen haben, um uns dafür parallel von ihren Erfahrungen mit Gebärden zu berichten, ist in vollem Gange. Wir haben daher ein paar Fragen gestellt und lassen die Eltern hier bunt zu Wort kommen.

In welchen Situationen merkst Du, dass eine Gebärde für Dich sinnhaft ist? Sei es aus Spaß oder weil die Gebärde irgendetwas auslöst oder bewirkt.

Mutter Jessica: Seitdem wir die Gebärde „komm hoch“ konsequent einsetzen zeigt Lotta (9 Monate) viel deutlicher an, wenn sie hochgenommen werden möchte. Besonders viel Spaß machen mir Fingerspiele und Lieder mit Gebärden. Auch unsere ältere Tochter Isabella (2,5 Jahre) zeigt mit viel Spaß verschiedene Tiergebärden. Die beiden Gebärden für „weg“ und „fertig“ finden in unserem Alltag ebenfalls guten Anklang. Vater Bernd: Die Gebärden für „noch mal“ und „komm hoch“ finde ich sehr hilfreich, weil ich damit Lotta auf eine Aktion vorbereiten kann und ihre Aufmerksamkeit bekomme. Außerdem benutze ich gerne das Fingerspiel mit Gebärden, um in schwierigen Situationen die Stimmung herum zu reißen.

PetraGörckePetra: In unserem Alltag mit Felix (11 Monate) haben sich schon sehr viele Gebärden etabliert. Das beginnt mit „Guten Morgen“ und geht von der Körperhygiene bis zur Hausarbeit. Gespannt verfolgt unser Sohn, wie sich Waschmaschine, Windrad und Mixer „drehen“. Bilderbücher werden spannender und erwachen zum Leben, je mehr Gebärden ich in den Kursstunden lerne und diese dann zuhause zeige. Das Radio, das Licht und der Föhn gehen „an“ und „aus“, begleitet von einem fröhlichen Lachen. Seit einer Woche lernt Felix, dass die Gebärde „heiß“ und Mamas ernstes Gesicht keinen Spaß bedeuten und Vorsicht geboten ist.

Sarah-Anne: Für Ben (16 Monate) scheinen die Gebärden mehr Deutlichkeit zu bringen. Bemerkbar ist dies vor allem abends beim ins Bett gehen, denn hier unterstützen die Gebärden, dass es Zeit ist schlafen zu gehen. Wenn Ben weiß, dass er gleich ins Bett geht, winkt er Papa zu. Manchmal winkt er auch, um uns zu signalisieren, dass er ins Bett möchte. Die Gebärden für „an“ und „aus“ nutzt er ebenfalls, um uns zu zeigen, dass er etwas gesehen hat. Zum Beispiel wenn im Auto das Licht automatisch angeht, nachdem man die Tür geöffnet hat.

SteffiSteffi: Zur Zeit finde ich das Winken zum Abschied für meinen Sohn Benno (9 Monate) sinnhaft, zum Beispiel wenn sein Papa zur Arbeit muss. Benno ist dann meist etwas traurig und so haben wir ein Ritual mit Tschüss-Winken für ihn angefangen. Da Benno sich im Moment nicht gern wickeln lässt, sind die Gebärden für „an“ und „aus“ auch sinnvoll. Sie lenken ihn ab und machen ihm Spaß. Ich knipse jetzt das Licht immer wieder an und aus , dann klappt es beim Wickeln besser.

AntoniaFRA[1]Antonia: Bevor ich meinen Sohn Oscar (4 Monate) hochnehme, mache ich die Gebärde „komm“, damit er weiß was passiert. Er grinst mich dann an und freut sich. Außerdem nutze ich oft die Gebärde „warte“, um ihm zu signalisieren, dass ich kurz weg gehe. Sinnvoll finde ich auch die Gebärde für „Arbeit“, damit er weiß wohin Papa und später auch Mama gehen. Mit seinen vier Monaten sind Tiere noch nicht so spannend, aber auf diese Gebärden freue ich mich schon.

Anna-Verena PastoorsAnna-Verena: Ich gebärde gerne regelmäßig in alltäglichen kleinen Situationen des Tages. Es beginnt schon morgens damit, dass ich Jolie (16 Monate) mit der schönen Gebärde „Guten Morgen“ begrüße. Manchmal auch nur einhändig, weil sie dann in meinem Arm liegt. Genauso ist es beim Zähne putzen, waschen oder beim Stillen. Hier kann ich ganz einfach „Milch“ gebärden. Sie wirkt dadurch entspannter, weil sie informiert ist. Ganz toll finde ich im Alltag die Gebärde „warte“. Jolie versteht sie sofort, und ich merke beim Gebärden, wie ich selbst zur Ruhe komme. Im Allgemeinen habe ich das Gefühl, dass sie mich viel mehr versteht, als wenn ich „nur“ spreche. Die Zeigegeste „da“ nutzen wir am meisten. Gemeinsam etwas zu entdecken oder Jolie etwas zu zeigen ist einfach toll.

Andrea: Finchen (12 Monate) hat viel Spaß an den Gebärden. Sie hat sehr schnell begriffen, dass Mama und Papa ihren Wunsch erfüllen und Musik einschalten oder singen, wenn sie die Gebärde macht. Ich gebärde gern „essen“ und „trinken“. Diese Gebärden zeigt Finchen auch schon selbst. In der letzten Kursstunde haben wir die Gebärden für „waschen“, „baden“ und „wickeln“ gelernt, die ich jetzt auch immer im Alltag anwende, da sie Finchen spielerisch auf das vorbereiten, was ich mit ihr mache.

Beschreibe uns die Reaktionen von wichtigen Menschen in deiner Umgebung darauf, dass Du mit Deinem Kind gebärdest.

Mutter Jessica: Meine Schwiegermutter, die mit uns zusammen wohnt, hat sehr positiv auf die Gebärden reagiert und schnell gemerkt, dass sie die Kommunikation mit den Kindern unterstützt. Ich habe schon beobachtet, wie sie Gebärden anwendet. Vater Bernd: Mir sind bisher weder negative noch positive Reaktionen von den Menschen in meiner Umgebung aufgefallen.

Petra: Mein Mann lernt mit Begeisterung fleißig die Gebärden mit und wendet sie auch täglich an. Manchmal verwechselt er die Gebärden, worüber Felix sich scheckig lacht. Das überzeugt uns, dass unser Sohn schon sehr genau weiß, was wir ihm zeigen und das er uns versteht. Und das noch vor seinem ersten Geburtstag!

Sarah-Anne: Oma freut sich immer besonders, wenn Ben ihr Gebärden zeigt. Beispielsweise zeigt Ben die Gebärde für Vogel, wenn er einen gesehen hat und erzählt es Oma. Sie freut sich sehr, dass er dies mitteilen kann.FB-babysignal-Botschafterin

Steffi: Die Reaktionen meines Mannes sind von Anfang an interessiert und er macht mit. Andere Reaktionen darauf, dass wir gebärden, habe ich bisher nicht bekommen.

Anna-Verena: Bisher gab es sehr wenig Reaktionen auf diese Art der Kommunikation. Mein Partner findet es ganz spannend. Er macht auch gern mit. Heute hat er eine Mandarine geschält, und Jolie „essen“ gebärdet. Das hat sie richtig gefreut. Mein Sohn hat beim Ballspielen mit ihr „Ball“ gebärdet. Es ist spaßig und fühlt sich ein wenig an, als hätten wir eine Geheimsprache.

Andrea: Durch die babySignal-Kurse, die ich mit meinem älteren Sohn Jonathan bereits früher gemacht habe, kennen unsere Familiemitglieder das Gebärden schon. Ein Teil der Verwandten reagiert sehr aufgeschlossen und macht auch mit. Für einige erschließt sich leider der Sinn nicht. Obwohl sie bereits mehrfach gesehen haben, wie gut man mit den Kleinen durch die Gebärden kommunizieren kann.

Beschreibe uns bitte Dein Kind, so wie es sich derzeit mitteilt.

Mutter Jessica: Lotta (9 Monate) kommuniziert anhand von Lauten und setzt diese immer bewusster ein. Die Gebärden versteht sie gut und setzt ihre Hände und Finger ein, sobald wir das tun. Vater Bernd: Unsere große Tochter (2,5 Jahre) kann sich mittlerweile auch mit ihren Worten sehr gut verständlich machen. Lotta kommuniziert vor allem mit Blickkontakt und Mimik. Zuneigung und Abneigung kann auch sie schon gut ausdrücken. Außerdem kann sie mir mit ihrer Blickrichtung mitteilen, wofür sie sich interessiert.

Petra: Felix (11 Monate) gebärdet noch sehr verhalten. Er winkt ab und zu und hat bisher einmal „singen“ gebärdet. Er hat aber viel Spaß an den Gebärden und wird sich sicher bald mehr zum Ausdruck bringen.

SarahAnnePastoorsSarah-Anne: Ben ist 16 Monate alt, kommuniziert viel, aber spricht noch kaum. Er übt es wohl, und es kommen immer öfter Laute heraus, die sich für uns wie Wörter anhören. Wörter, die er benutzt sind: Mama, Papa, da und bah. Insgesamt kommuniziert er viel mit seiner Körpersprache. Er nimmt zum Beispiel meine Hand, zieht mich runter, streckt seine Hände aus und legt sie um meinen Hals und macht ungeduldige Geräusche, bis ich ihn hoch nehme. Dann zeigt er mit seinem Finger auf das, was er haben will und ruft „da, da, da!“. Wenn ich Ben etwas sage, versteht er sehr viel. Er holt zum Beispiel seine Schuhe oder Kleidungsstücke und legt sie an den richtigen Ort. Fragen wir ihn, ob er frühstücken möchte, so holt er Sachen aus dem Kühlschrank und bringt sie zum Esstisch. Dann zieht er uns an der Hand und weist uns deutlich mit dem Finger oder durch Hand klopfen unseren Platz am Tisch zu. Anschließend fordert er uns auf, ihm auf seinen Stuhl zu helfen. Wenn er Radio hören will, lallt er, zeigt auf das Radio und fängt an zu tanzen. Ist alles zu seiner Zufriedenheit, lächelt er uns an und klatscht in die Hände. Ben zeigt einige Gebärden: Vogel (auch für Schmetterling und Flugzeug), An & Aus, Milch für Stillen, Tier, Musik, Elefant und weg (auch als Frage, “wo ist”?).

Steffi: Ich bin ganz erstaunt, denn vor Kurzem fing Benno im Alter von neun Monaten an, bereits die ersten Gebärden zu nutzen. Die Erste war das Winken bei der Verabschiedung. Erst sah es etwas lustig aus, denn er winkte sich selbst zu, aber mittlerweile winkt er in die richtige Richtung. Auf dem Wickeltisch machte er ähnliche Handbewegungen, bis ich begriff, dass es die Gebärden für „an“ und „aus“ sind. Wenn ich zuhause das Begrüßungslied aus dem Kurs singe, bei dem zu „Hallo“ gewunken wird, winkt Ben gleich los. Benno deutet auch viel auf Dinge, die ihn interessieren.

Anna-Verena: Jolie (16 Monate) benutzt sehr wenige der Gebärden, die ich bisher gelernt habe. „Da“ zeigt sie ganz eindeutig. Sie drückt sich viel mit Händen und Armen aus. Wenn sie mal muss, fasst sie sich energisch ans Ohr. Wenn sie satt ist, hält sie die Hand mit weit ausgestrecktem Arm nach vorn und wenn sie müde ist, reibt sie sich ausgiebig das Gesicht. Seit Kurzem spricht sie einige Silben, so zum Beispiel „dadada“ oder „drotdrotdrot“, und sie schnalzt seit der letzten babySignal-Stunde mit der Zunge.

Andrea: Finchen benutzt im Alter von 12 Monaten einige Gebärden: „Musik“ und „essen“ und auch einige Tiere. Außerdem kommuniziert sie sehr viel durch ihre Mimik und Körpersprache. Wenn sie sich sehr freut, kneift sie mit einem strahlenden Lächeln die Augen fest zusammen. Dies wiederholt sie solange, bis man es ihr nachmacht. Sie versteht es auch gut, sich durch Laute, die an einen kleinen Dinosaurier aus Jurassic Park erinnern, auf sich aufmerksam zu machen. Wenn man nicht gleich auf ihre Bedürfnisse eingeht, kann sie auch sehr ungeduldig werden und sich lautstark beschweren. Langsam beginnt sie einige Wörter zu sprechen. Zum Beispiel „Mama“ und „Papa“, „schick“ und „anziehen“.

Vielen Dank für Eure Antworten!

Wer diesen Blogbeitrag bis hierher gelesen hat, wird sicher das selbe denken, wie auch wir: Es ist sehr unterschiedlich, welche Erfahrungen die einzelnen Familien mit Gebärden sammeln und genau deshalb auch so spannend.

Vielen Dank für Eure Antworten!

Wiebke Gericke und das Team der babySignal-Kursleiterinnen

www.babysignal.de

 

babySignal feiert Jubiläum! Videoclip Nr. 3

Gebärden für Tiere sind toll, weil unsere Kinder sie so faszinierend finden. Wir zeigen hier die Gebärde *Hund* aus der Deutschen Gebärdensprache (DGS) mit einem Klopfen auf den Oberschenkel. Wundert euch nicht, wenn Ihr die Gebärde anders kennt: In der Gebärdensprache gibt es Dialekte und daher manchmal mehrere Zeichen für einen Begriff.